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Interview mit Andreas Spellig (Sat 1)


Successity: Herr Spellig, Sie sind in Lübbecke (Kreis Minden-Lübbecke) geboren, dort zur Schule gegangen und haben im Anschluss an der Universität zu Köln die Qualifikation als Diplomsportlehrer erlangt. Wie sind Sie ans Fernsehen geraten?

Andreas Spellig: Mich hat von klein auf der Beruf des Reporters gereizt. So habe ich bereits als Kind nachträglich meine Übungen bei Turnwettkämpfen auf einem Recorder nachkommentiert. Während der Schulzeit habe ich dann in der Lokalredaktion der NW in Lübbecke gejobbt und so mein erstes eigenes Geld verdient. Schon damals wollte ich unbedingt zum Fernsehen. Dieses Ziel habe ich intensiv weiterverfolgt und so während des Studiums mehrere Praktika und Hospitanzen absolviert – u.a. beim ZDF und dem WDR. Mit den dort gesendeten ersten Fernsehbeiträgen habe ich mich letztendlich bei RTL beworben. Direkt nach dem Sender-Umzug von Luxemburg nach Köln habe ich dann – übrigens parallel zum Studium – volontiert. Mir hat dieser Beruf so gut gefallen, dass ich dem Fernsehen bis zum heutigen Tage treu geblieben bin…

Successity: Was gefällt Ihnen an diesem Beruf am besten? Was muss man als TV- Moderator mitbringen?

Andreas Spellig: Ursprünglich bin ich ja ausgebildeter Sportjournalist, und so habe ich früher immer spaßeshalber gesagt: das Beste an meinem Beruf ist, dass ich immer lange ausschlafen kann – immerhin finden die meisten Sportveranstaltungen ja nachmittags oder abends statt. Später bin ich dann für die ARD im Rahmen der Formel-1- und Olympiaberichterstattung um die ganze Welt gereist und habe so Kontinente, Länder und Kulturen kennenlernen dürfen, die ich so wahrscheinlich nie bereist hätte. Nun bin ich gegenwärtig ja nur „Moderator“, aber aufgrund der umfangreichen Reisetätigkeit der Vergangenheit weiß ich nun das Privatleben und den kleinen Garten umso mehr zu schätzen.
Was die Frage nach den „Fähigkeiten“ eines Moderators angeht, so gibt es leider keine eindeutige Antwort. Im Zuge des Jugendwahns der Fernsehsender reicht es manchmal bereits aus, nur jung und gutaussehend zu sein. Sollte es doch etwas seriöser zugehen, so ist dann doch ein fundiertes Allgemeinwissen, Neugier, die Fähigkeit zuzuhören, eine gewisse Formulierungsfähigkeit und – trotz allem – auch ein einigermaßen erträgliches Äußeres ganz sinnvoll.

Successity: Sie waren in der Vergangenheit schon bei einer Reihe von TV-Sendern als Redakteur bzw. als Moderator tätig. Seit Januar 2008 sind Sie nun neuer Moderator für «Das Sat.1 Automagazin. Welchen Bezug haben Sie zum Autosport?

Andreas Spellig: Auch da muss ich tief in die Mottenkiste meiner Kindheit greifen. Schließlich habe ich ja nicht nur selbst Leistungssport betrieben, sondern – eigentlich ganz logisch – auch ein großes Interesse an anderem Sport gehabt und kaum eine Sportsendung ausgelassen. Allerdings: damals gab es ja gerade mal drei Sender im Fernsehen, und nur im „Ersten“ und im „Zweiten“ gab es Sportsendungen. Als typischer Junge mit Vorliebe für Technik und Autos habe ich natürlich auch leidenschaftlich gerne die damaligen Formel-1-Übertragungen geschaut. Während meiner Lokalreporter-Zeit in Lübbecke war dann immer das Flugplatzrennen in Diepholz ein Highlight des Jahres. Als ich dann bei RTL volontierte, war ich einer von gerade mal zwei (!) Mitarbeitern, die sich für Motorsport interessierten. Dennoch holte man sich die Formel-1-Übertragungsrechte und so habe ich u.a. von Anfang an die Karriere von Michael Schumacher live miterlebt. Diese Motorsportbegeisterung habe ich dann zur ARD mitgenommen, und auch dort in der Folge von der Formel-1 und der DTM berichtet. Schon zu der Zeit hatte ich ein Konzept für eine neue Autosendung in der ARD vorgelegt, allerdings scheiterte dieses an der föderalen Struktur des Senders. Auch wenn das Angebot von Sat.1 überraschend kam, so ist die Moderation des Automagazins eine logische Folge meines journalistischen Schaffens.

Successity: Was halten Sie von der Entwicklung, dass sollen?

Andreas Spellig: Ich denke, diese Entwicklung ist für die Fernsehmacher ein logischer Schritt. Schaut man sich nur mal die tägliche Nutzungsdauer der jeweiligen Medien an, so stellt man fest, dass Kinder und Jugendliche heutzutage – aus meiner Sicht leider – die meiste Zeit vor dem Computer verbringen. Da diese Generation für die werbetreibende Industrie die wichtigste Zielgruppe ist, muss man sie dort erreichen, wo sie sich bewegen – also im Internet. Schon seit einiger Zeit haben alle Fernsehsender aufwendig gestaltete Internetseiten – und bei der ARD spricht man nicht mehr von der Bi-, sondern der Tri-Medialität. Während in der Fernsehsparte Mitarbeiter entlassen werden, werden interneterfahrene Redakteure gesucht. Während dieses Szenario schon Standard ist, wird es im Rahmen der Digitalisierung und von IP-TV (Internet-Protokoll Fernsehen) eine noch stärkere Vernetzung geben – angefangen mit dem Fernsehprogramm auf dem Computer über Video-on-Demand bis hin zu ganz speziellen, nutzerspezifischen Programmen und Anwendungen. Ich persönlich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge: natürlich wünsche ich mir, dass Kinder und Jugendliche beispielsweise wieder mehr Sport betreiben, auf der anderen Seite werden so in einer zuletzt etwas kriselnden Sparte neue Jobs geschaffen.

Successity: Was würden Sie gerne einmal moderieren?

Andreas Spellig: Ich habe es mir abgewöhnt, großartige Ziele zu formulieren. Bei Nichterreichen ist man schließlich ziemlich frustriert und außerdem habe ich in nunmehr über 20 Jahren das schnelllebige Fernsehgeschäft gründlich kennenlernen dürfen. Und erfahren müssen, dass man – selbst beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen - ganz schnell auf der Straße stehen kann. Deshalb begnüge ich mich mit dem Wunsch, auch künftig – möglichst bis zum Rentenalter – einen Job ausüben zu dürfen, der mir Spaß macht und mich obendrein versorgt.

Successity: Die Attribute „herzlich“, „offen für Neues“ oder auch „eloquent“ werden nicht unbedingt dem ostwestfälischen Menschenschlag zugeordnet. Sind Sie eine Ausnahme? Oder sind dies alles nur Vorurteile?

Andreas Spellig: Es freut mich, wenn man mich mit diesen Attributen versieht, aber bin ich das wirklich ? Klar, ich liebe und pflege selber gerne Klischees und sehe mich als absoluten ostwestfälischen Sturkopf. Nur: vor der Kamera darf ich den natürlich nicht raushängen lassen. Andererseits bin ich mir sicher, wenn ich nicht diese direkte, brutal ehrliche Art hätte und manchmal auch etwas diplomatischer vorgehen würde, hätte mein Lebensweg einen noch anderen Lauf genommen. Aber hätte, wäre, wenn und aber zählen nicht. Ich bin froh und dankbar, in dieser wunderbaren Region mit diesem ganz eigenen Menschenschlag großgeworden zu sein. Freundschaften, die man in Ostwestfalen schließt, halten ein Leben lang. Und deshalb ist es definitiv falsch, dass man hierzulande nicht herzlich sein kann. Man muß halt nur erstmal an der rauen Schale kratzen. Und was die Sprache angeht: abgesehen von den westfälisch-typischen langgezogenen Vokalen spricht man nach der Hannoveraner Region mit das beste Hochdeutsch. Und auch die Eloquenz ist vorhanden, schließlich stammen viele hervorragende Fernsehjournalisten aus der Region um Wiehen und Weser.

Successity: Kommen Sie noch oft in Ihre alte Heimat zurück und was schätzen Sie an der Region?

Andreas Spellig: Ich gebe zu, als ich noch für den WDR die „Lokalzeit OWL aktuell“ moderierte, war ich häufiger in der Heimat – im Schnitt etwa 2 Wochen pro Monat. Durch meinen Wohnsitz in der Medienstadt Köln reduziert sich meine gegenwärtige Präsenz auf monatlich einen Besuch. Neben dem schon beschriebenen Menschenschlag liebe ich natürlich ganz besonders die heimische Natur: wo hat man schon solch eine Vielfalt mit dem herrlichen Wiehengebirge, den Moorlandschaften, Weser und Mittellandkanal verbunden mit vielen weiteren Sehenswürdigkeiten. Und außerdem: ich bin ein glühender Anhänger der bekannten Lübbecker Privatbrauerei – deren Name ich lediglich deshalb nicht nenne, um mich nicht der Schleichwerbung verdächtig zu machen. Jedenfalls habe ich in Köln neben einer Kiste Kölsch auch immer eine Kiste Heimat-Bier !

Successity: Was sind Ihre beruflichen Pläne?

Andreas Spellig: Hier trifft eigentlich analog das zu, was ich schon beschrieben habe in Sachen „Wunsch-Moderation“. Aber wenn man mich denn sosehr um eine Antwort bittet, dann zumindest soviel: ich hätte gerne die Idee für ein völlig neuartiges Fernsehformat – auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür so hoch ist wie für einen Lottogewinn -, ich würde gerne eine erfolgreiche bundesweite Sendung moderieren, weiterhin interessante Menschen treffen und vielleicht auch wieder die eine oder andere Reportage drehen.






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Interviewpartner:

Andreas Spellig

Kontaktdaten:

Holunderweg 33
50858 Köln
Fon: (+49) 0221 / 2809826
Fax: (+49) 0221 / 2809827
 


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